Sternenbahnen fotografieren ganz einfach

SystemkameraTest.com 20. März 2013 0

Sternenbahnen sind faszinierend anzusehen, wenn sie ihre Bahnen um den Polarstern drehen. Mit bloßem Auge kann man das nicht erkennen. Durch seine Leuchtkraft wird ein Stern erst zu einem imposanten Fotoobjekt. Je dunkler also die Umgebung ist, umso besser leuchtet solch ein Stern. Als erfahrener Hobbyfotograf bist du natürlich immer auf der Suche nach dem außergewöhnlichen Bild. Wie wäre es denn mal , wenn Du Sternenbahnen fotografierst? Nachfolgend möchten wir erläutern, welches Equipment Du brauchst und auf was  Du achten musst, damit das Bild perfekt wird und man auch erkennen kann, dass es sich hierbei um Sternenbahnen handelt.

Schritt für Schritt zur Sternenbahn Fotografie

SternenbahnMit der Fotografie der Sternenbahnen deckst Du letztendlich das auf, was das menschliche Auge nicht wahrnehmen, kann, und zwar die Erdrotation. Je nachdem wie Du die Kamera positionierst, ist die Sternbahn gerade oder auch gekrümmt. Letzteres erreichst Du, wenn Du die Kamera direkt auf den Himmelspol ausrichtet. Als ungefähren Punkt kannst Du dir hier den Polarstern merken.

Das richtige Equipment

Das wichtigste ist hierbei natürlich die richtige Kamera. Es sollte entweder eine Spiegelreflexkamera oder eine Systemkamera sein. Außerdem benötigst Du ein stabiles Stativ und einen Fernauslöser. Zu empfehlen ist natürlich ein Weitwinkelobjektiv, welches durch die Schärfentiefe den Vordergrund scharf einfängt. Dadurch wird jede Aufnahme deutlich interessanter. Die Speicherkarte der Kamera sollte mindestens für 100 Aufnahmen reichen. Wenn Du dann alle Aufnahmen gemacht hat, benötigst Du einen PC mit einem entsprechenden Softwareprogramm wie zum Beispiel Giotto oder FixFoto.

Die richtige Technik macht’s

SternenwirbelHier gibt es nochmals deutliche Unterschiede, ob Du analog oder digital fotografiert. Beim analogen Fotografieren sollte eine extrem lange Belichtungszeit von mindestens einer halben Stunde – eher länger gewählt werden. Die Blende sollte relativ klein sein.

Nutzt Du eher die digitale Fotografie, dann musst Du ganz anders vorgehen. Hier empfiehlt sich eine Aufnahmeserie von 100 oder mehr Bildern mit einer kürzeren Belichtungszeit. Mittels einer Software (wie Giotto, FixFoto oder diverse Photoshop-Plugins) werden diese Bilder dann zu einem einzigen Bild von einer Sternenbahn vereint.

Idealerweise solltest Du RAW-Aufnahmen wählen. Auch wenn Du für diese Bilder deutlich mehr Speicherplatz benötigst. Sie bieten aber die bestmögliche Qualität und das geringste Bildrauschen. Entscheidest Du dich dagegen für JPEG-Aufnahmen, dann musst Du unbedingt die bestmögliche Qualität auswählen. Der Weißabgleich muss hier auf Tageslicht eingestellt sein. Zu empfehlen ist bei einer ISO 800 einer 5,6 Blende eine Belichtungszeit von 30 Sekunden.

Sternenbahn am HausIn nur einer Stunde erhältst Du so genügend Aufnahmen, die Du anschließend am PC zu einer einzigen Sternbahnaufnahme zusammenfügst. Möchtest Du, dass die Sternenspuren dichter zusammengefügt sind, dann benötigst Du natürlich mehr Aufnahmezeit.

Die richtige Aufnahmeart ist sehr wichtig. Zu empfehlen ist hier die Kameraeinstellung „kontinuierlich“ und beim Fernauslöser „Lock on“.

Der richtige Bildaufbau

Du kannst die Sternenbahnen isoliert fotografieren oder aber mit einem Vordergrundmotiv – etwa einem Baum. Solche Bilder wirken dann oftmals etwas mystisch. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Autofokus immer den Schärfenpunkt sucht. Wähle hierzu bitte die Einstellung „MF“.

Weitere wichtige Tipps

SternenhimmelAchte bitte  immer darauf, dass der Akku der Kamera vollgeladen ist. Um ganz sicher zu gehen, solltest Du die Kamera sogar an eine Steckdose anschließen, wenn dies möglich ist.

Ideal sind natürlich mondlose Nächte. Hast Du  zu viel Umgebungslicht, wie zum Beispiel durch eine Stadt, einen Flughafen oder den Vollmond wird das Bild zu hell, also überbelichtet. Und nicht vergessen, es sollte auch wolkenlos sein, wenn Du dir das Fotografieren von Sternenbahnen vornimmst. Ganz wichtig ist auch, dass Du nicht vergisst, dass kühle Nächte schnell das Objektiv beschlagen lassen. Hier kannst Du ganz einfach Abhilfe schaffen, indem Du einen Handgelenkswärmer oder eine Wollsocke um das Objektiv schlingt. Während Deine Kamera die Bilder schießt, kannst Du gerne etwas anderes unternehmen. Genieß einfach die schöne Aussicht und die ruhige wolkenlose Nacht.

Und nun viel Spaß beim Fotografieren von Sternenbahnen. Du kannst Dir sicher sein, wenn Du auch nur ein gutes Bild erhältst, dass man dich darum beneiden wird. Dieses Erlebnis in einem Bild festzuhalten ist nicht jedem vergönnt. Versuch es einfach.

Erstes Foto: Andreas Winkler «Startrail» / Photoglobus // Zweites Foto: Jonas Piontek «Sternenwirbel» //

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